Begegnungen

"Verdammte Realität! Kann die mal jemand kurz abstellen?" Denke ich mir diese Woche und haue in Gedanken mal so richtig fest mit der Faust auf den Tisch.

Was hatten wir doch alle für Pläne und plötzlich kommt da mit voller Wucht dieser kleine, fiese, unsichtbare Feind erneut um die Ecken und durch die Ritzen geschlichen und stellt alles auf den Kopf. Und das mit einer Dominanz und einem Selbstbewusstsein, dass selbst Batman sich nicht mehr ohne Mund-Nasen-Schutz vor die Tür traut.
Ich sitze nun hier vor meinem Schreibapparat und mache mir über den Ablauf der nächsten Tage Gedanken.


Gedanken für Vier. Meine Pläne sind gestrichen. Zeit für neue Pläne. Ich denke, ich brauche kurz ne Alltagspause und deshalb halte ich meine Nase ohne Maske in den Wind und schließe die Augen, atme tief ein und als ich sie wieder öffne, hat die Weite vor mir eine neue Farbe angenommen. Das was vor mir liegt, macht mich neugierig und ich gehe vorsichtig, Schritt für Schritt voran. Um mich herum gibt es nichts was mich beunruhigt.

Zurück zu den Wurzeln


Ein paar Vögel, die sich über das Wetter unterhalten, und ob man aufgrund der aktuellen Lage in diesem Jahr vielleicht etwas früher gen Süden aufbrechen sollte, sitzen mir im Weg. Falls du jetzt an dieser Stelle mit den Augen rollst, entschuldige aber wir leben in Zeiten von Känguru Chroniken. Da leben Menschen mit talkenden Beuteltieren unter einem Dach. Also erzähl mir nicht irgendwas von Irrsinnigkeiten!

Ich gehe weiter und treffe einen alten Mann, der auf einer Parkbank sitzt, sein Gesicht ist voller Falten, aber seine Augen strahlen und lächeln mir so unglaublich herzlich und warm entgegen. Ich setze mich zu ihm und er beginnt, mir von einem harten aber sehr erfüllten Leben zu erzählen. Ich genieße diese kurze Begegnung, denn sie erdet mich und macht alles andere für einen Moment so unbedeutend.

Back to the roots denke ich und öffne wieder meine Augen, bin zurück in meiner Realität.

Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken

Die Sache ist doch die, na klar sind die Zeiten hart und manchmal ärgere ich mich, weil alles so ist wie es ist und wir so eingeschränkt leben und Pläne zerschossen werden. Aber gibt es nicht trotzdem die Möglichkeit der Begegnung? Die im Kleinen, die Intensive? Da wo man einfach nur mal zuhört. Wo es reicht, einfach dazusitzen und zu lächeln. Und wo man Emotionen teilt und alles etwas ruhiger angeht. Wenn man plötzlich gezwungen ist, sich selbst zu reflektieren, seinen Standpunkt zu überdenken. Da wo wir Sonnenstrahlen, Farben und Worte sammeln, so wie Frederick, die kleine Feldmaus, die uns in kalten Zeiten glücklich machen.

Ich glaube nämlich ich lerne auch grad ganz viel. Aushalten zum Beispiel, tolerieren, mich zurücknehmen, fokussieren, Rücksicht nehmen und dass es nicht immer nur um mich geht.

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