Passgenau

Max Mustermann – wer kennt ihn nicht, den Durchschnittsdeutschen deren Daseinsberechtigung einzig und allein darin besteht, die Norm unserer Gesellschaft zu verkörpern.

Passgenau gliedert sich dieser genügsame Geselle mittig in unsere Reihen ein. Der Deutsche Durchschnittsbürger, oder auch „Otto-Normal“. Der, der nie aus der Reihe tanzt, der der Norm entspricht und nicht auffällig wird. Weder körperlich noch geistig. Deren Leben nach ISO Zertifikation angepasst erscheint, der problemlos liefert was gefordert wird.

Völlig unspektakulär fristet der 44,5 jährige verheiratete Max sein Dasein in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Haßloch mit 1,5 Kindern. Er ist  179,9 cm groß und wiegt 82,4 Kilo. Durchschnittlich verbringt er 43,5 Stunden an seinem Arbeitsplatz und verdient in etwa 3500 Euro brutto.

Max hält sich an alle Regeln, die ihm vorgegeben werden und erfüllt stolz seine Aufgaben in unserem Konstrukt. Fragen wir uns wie viel Mustermann in uns steckt? Hoffen wir, dass es nicht zu viel ist, oder erstreben wir eine Passgenauigkeit, die uns das Leben vereinfacht und in der wir unsichtbar erscheinen?

Auch wenn wir Max völlig absurdum entgegen streben wollten, so werden wir ihn nicht erreichen. Es wird die ein oder andere Schnittstelle geben, aber auch die wird nicht von Dauer sein. Weil wir uns entwickeln und weil wir uns hinterfragen. Weil die Zeit vergeht und alles verändert. Irgendwann passt es nicht mehr, nicht mehr unauffällig.

Dann ist es an uns, das zu akzeptieren. Und auch wenn es dazu führt, das man mehr auffällt, als man es eigentlich möchte, ist das richtig so. Denn würden wir als Schatten unserer selbst alle nur einer Norm entsprechen , würden wir wohl anstatt ins Weltall zu fliegen, noch immer auf allen Vieren durchs Unterholz kriechen und unser Geschäft in Erdlöchern verrichten.

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